Tag 4 - 5

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Tag 4 – Die letzten Kilometer bis zum Etappenziel

Nach 2 Stunden immer noch ziemlich erschöpft wachen wir wieder auf. Verwundert, dass noch kein weiteres Team uns geweckt hat, bzw. an der Tankstelle stand. Ohne Kaffee geht es nicht, also beschließen wir, parallel die Carbecue-Aufgabe aus dem Roadbook zu lösen. Hierbei muss ein Gericht mit dem Auto gekocht werden. Wir einigen uns schnell auf ein gutes Frühstück – Spiegelei auf dem Krümmer des Volvo. Hitzeschutzblech kommt ab, der Volvo wird gestartet und mit einer Leiste wird das Gaspedal festgeklemmt um die „Herdplatte“ gut aufzuheizen. Koch Kalli kümmert sich um die Eier und sowohl das Essen, als auch unser Beweisvideo, welches Rebecca noch zusammen schneidet können sich mehr als sehen lassen.

 

Gestärkt geht es weiter Richtung Istanbul und je näher wir kommen, desto mehr wird klar, der Verkehr hier lässt sich mit nichts, was wir unterwegs gesehen haben vergleichen. Die Autos Hupen wild, drängen sich in die engsten Lücken und wir sind sehr froh über unsere Entscheidung die großen CB Funkantennen gekauft zu haben. Wir Deutschen können uns gar nicht vorstellen, wie viele Autos tatsächlich auf einer 3-spurigen Stadtstraße nebeneinander fahren können. Istanbul zufolge sind 6 Stück kein Problem… Laut dem Roadbook müssen wir auf einen Parkplatz nahe des Taksim Platzes, also geht es immer weiter in die Innenstadt, meistens stehend, bzw. im 1. Gang rollend. Wir finden den Platz nicht und fahren kreuz und quer bei dem mörderischen Verkehr durch Taksim, durch enge Gassen und immer wieder mit Hand und Fuß von Einheimischen mit gutem Willen in neue Richtungen gelenkt. Wie wir später herausfinden, wäre die Zufahrt zum Parkplatz relativ am Anfang gewesen. Wartendes OK Mitglied Richard hat uns entdeckt und gewunken, wir haben es nicht gesehen. Also irrten wir etwa 1 Stunde durch Taksim, Müdigkeit und Enttäuschung gehen Hand in Hand, so dass die körperliche Erschöpfung immer weiter voranschreitet. Wir fragen uns immer wieder durch kommen zwar näher, aber finden den Platz nicht. Also bieten wir einem Taxifahrer, der neben uns im Stau steht 5€ um uns zu dem Platz voraus zu fahren und 3 Minuten später stehen wir vor dem Rallye Torbogen – als aller erstes Team und sogar vor dem gesamten Organisationskommitee nebst Richard. Die Erschöpfung ist völlig vergessen und mit einigen Drifts rutschen wir in die letzte Ecke des Parkplatzes um von hinten aufzufüllen. Schnell steht der Pavillon und das Bier, welches sich schon wie ein Siegerbier anfühlt, wird geköpft. Eine Stunde nach uns treffen auch Teile des OK ein. Es sollten noch einige Biere folgen, bis schließlich etwa 4 Stunden danach das 2. Team eintrifft. In der Fußgängerzone gönnen wir uns Dürüm während nach und nach die einzelnen Teams einlaufen. Es wird sich ausgetauscht und Geschichten des bisher Geschehenen erzählt, jeder hat andere Erfahrungen auf der Tour nach Istanbul gemacht und alle sind sie unterhaltsam. Eine improvisierte Feuertonne aus einem leer getrunkenen 5l Fass hält uns warm, der Blick auf die Stadt ist beeindruckend. Kinder, die Rosenkopfschmuck verkaufen wollen halten uns auf Trab, auch am nächsten Morgen klauen sie noch Getränke, die bei uns stehen, Sarah wird sogar eine brennende Zigarette aus dem Mund geklaut. Die Nacht wird lang und feucht-fröhlich, bis wir nach und nach vor Erschöpfung ins Bett fallen und einschlafen.

Tag 5 – Spaziergang durch Istanbul und Fußballspiel

Es soll um 2 Uhr losgehen heute, also machen wir uns morgens auf in die Stadt, zum Galataturm und über das Goldene Horn zum anderen Teil des europäischen Istanbuls. Wir kaufen Kaffee und Kohle für unsere Shisha. Der Kaffee erreicht unser Lager, die Kohle bleibt in einem kleinen Cafe zurück, wie sich 24h später nach detaillierter Durchsuchung der Autos herausstellt ☺ . Als wir um halb 2 zum Parkplatz kommen wird klar, die Kolonne zum Fußballspiel startet ganz spontan 30 min früher, also schnell das Lager räumen. Da auch viele andere Teams nicht mitbekommen haben, dass es früher losgeht, fahren wir über die großen Gummipoller um der Polizeikolonne zu folgen. Da vielen nicht klar ist, dass rote Ampeln in so einer Kolonne nicht gelten, zerreißt es diese allerdings nach einigen Metern, so dass wir wieder auf Simons Navigationstalent angewiesen sind. Zwar fahren wir so nicht, wie geplant über die 3. Bosporus Brücke, doch auch die 2. Führt uns letztendlich zum Ziel, dem Trainingscamp der türkischen Nationalmannschaft, ca. 30 km außerhalb der Grenzen Istanbuls. Einige Teams sind schon da und machen Parkplatzparty. Angestellte in dunklen Anzügen erklären uns das Areal und wir stellen die Autos ab.

 

Als erstes Team wagen wir uns hinüber in die heiligen Hallen des türkischen Fußballverbandes – hier steht ggf. auch wieder der Druck auf der Blase als Motivationstreiber im Vordergrund. Der Präsident des Fußballverbandes ist so begeistert, dass endlich die Rallyeteilnehmer herüberkommen, dass er Simon gleich die Hand schüttelt. Wir lassen uns herumführen, begutachten die Pokalräume und die Wand mit allen Spielern der türkischen Nationalmannschaft. Begeistert sehen wir auch das Bild von Hakan Calhanoglu. Dessen erster Profiverein in Deutschland war der SV Waldhof Mannheim, von dem wir, das Trikot für unsere Rallyeaufgabe gespendet bekommen haben. Wir fühlen uns etwas fehl am Platz in unseren Gammel- und Freizeitklamotten zwischen lauter Anzugträgern auf dem wunderschönen Areal. Das Buffet wurde von einigen Mitarbeitern vorbereitet und weit und breit waren wir bisher das einzige Team. Der Anpfiff für das Spiel sollte um 17 Uhr sein, allerdings waren es nur noch 15 Minuten bis dahin, so dass Simon, Kalli, Sarah und Mo auf den Trainingsplatz gingen um sich schon mal ein wenig warm zu kicken. Da außer Simon niemand so richtig in irgendeiner Ballsportart versiert ist, hatten wir eigentlich nicht vor, mitzuspielen. Allerdings ahnten wir bereits, dass es zu wenige Spieler gibt nach Richards Erzählungen des Vortages, weswegen wir bereit waren einzuspringen für die Ehre der AOR. Schließlich holten uns Rebecca und Basti zurück, da das Buffet eröffnet worden war. Vom OK und den meisten anderen Teams fehlte immer noch jede Spur. Also aßen wir Kebap, Köfte und weitere Leckereien, bis plötzlich eine riesige Kolonne an Rallyefahrzeugen eintraf. Wie sich herausstellte fuhr die Polizei den Konvoi zu einer völlig falschen Adresse, so dass die Teams, die dran blieben 3 Stunden durch Istanbul geirrt sind – ein Glück haben wir den Anschluss verloren. Direkt nach dem Essen, eigentlich im Fresskoma, wurden alle Spieler gesammelt und wie wir schon vermutet haben, fanden sich zu wenige, weswegen Team Oogklep tatsächlich 3 Spieler stellte. Wir bekommen professionelle Trikots, Hosen und Stulpen, allerdings keine Fußballschuhe, sodass wir mit Sneakers mit glatter Sohle und dem ein oder anderen Loch spielen mussten. Sich in den Umkleidekabinen der Profis auf das Spiel vorzubereiten war allerdings eine Erfahrung wert. Es hieß wir spielen gegen eine Auswahl an Jungtalenten und Altgedienten Spielern – böse Zungen behaupteten es handelte sich vielmehr um das Servicepersonal des Geländes, sei es drum. Wir hatten 15 Spieler, und fliegende Wechsel waren erlaubt.

Simon geht ins Tor; Kalli und Mo sind Feldspieler, die sich erst einmal auf der Ersatzbank rumdrückten. Dort bereicherten auch Basti, Rebecca und Sarah die Trainerbank als fleißige Pöbler, Fotografen und Wasserverteiler, während sich alle anderen auf den Zuschauerplätzen befanden. Der für die Türkei verantwortlicher OK-ler Nadir fungierte mehr schlecht als recht als Schiedsrichter, er ließ zwei Halbzeiten zwischen 25 und 30 Minuten laufen und viele waren sehr schnell außer Atem, so dass auch wir zu unseren Einsätzen kommen. Das Essen, sowie die vielen Zigaretten bisher hatten ihren Preis, so dass auch wir schnell fertig waren und häufig durchgewechselt wurde. Die Party spielte sich eher im Mittelfeld ab und mit einem überragendem Innenverteidiger in den Reihen der Rallyemannschaft blieb es recht unspektakulär. Mit ihrem Nichtskönnen richteten Kalli und Mo zumindest keine irreparablen Schäden an. Trotz einer unterirdischen Schiedsrichterleistung war es gegen Ende der 1. Hz dann soweit, die 1:0 Führung für das AOR Team. Völlig eskalierend vor Freude gingen wir in die Halbzeit. Team #11 meh holte in der Zwischenzeit die Base Drum, die sie von uns erhalten hatten und sorgten für Stimmung - stilecht wie in der Bundesliga am Samstagnachmittag. Auch wenn Sie nur ein Lied kannten, sorgte das für Stimmung. Die 2. Hz war dann aufregender, einiges kam aufs Tor. Simon war in Topform und hat so manche 100%ige Chance raus gefischt. Manche behaupten sogar, wir hätten heimliche geputscht oder gar gelogen, dass er noch nie in einem Fußballtor stand. Mit dem 2:0 schafften wir uns schließlich Sicherheit, doch das 2:1 war unhaltbar. Im Anschluss machte Mo einen entscheidenden Fehler und spielte den Ball zum Gegner, durch konsequentes dran bleiben konnte er den finalen Torschuss aber abfälschen, so dass Simon nicht eingreifen musste. Da die Sonne mittlerweile untergegangen war, wurde der Rasen nass und wir rutschten teilweise in die Gegner, was schon zu Drohungen der türkischen Gegenspieler sorgte. Mit einem schnellen Gegenstoßtor holten wir uns dann den sicheren Sieg und konnten jubelnd vom Platz gehen. Beim Abschlagen mit den Gegnern, war dann auch alles wieder gut, und die Stimmung war optimal als es zum Duschen ging. Coach Richard hat es zwar nicht geschafft ein Duschbier zu organisieren, doch die Dusche war auch so wieder erfrischend. Die Spieler steckten sich die Siegeszigarette an, schnappten sich einen Döner auf den Weg zum Parkplatz und brachten ihre Sachen weg. Während sie mit einem Discoschorle (Vodka + ENergy) auf den Sieg anstießen, konnten auch die anderen Mitglieder duschen gehen, so dass alle wieder frisch waren, als Wilfried und der Präsident des türkischen Fußballverbandes ihre Reden schwangen und schließlich alle Teams ihre mitgebrachten Trikots mit einer kleinen Geschichte über dessen Herkunft übergeben haben. Natürlich trumpften wir mit der Calhanoglu Geschichte auf, auch wenn wir das Gefühl hatten, dass der Präsident es nicht wirklich verstanden hatte. Bei Kalli und Mo machen sich Knieschmerzen bemerkbar, Auswirkungen des Spiels. Beim gemütlichen Beisammensein auf dem Parkplatz fließen noch einige Getränke, schließlich gehen wir erschöpft schlafen.

 

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