Tag 3

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Tag 3 – Von Kraljevo Richtung Istanbul

Am frühen Morgen heißt es unter undefinierbaren Blicken Zähneputzen und auf zum Kinderdorf nebenan. Wir werden herzlich begrüßt, müssen allerdings feststellen, dass niemand uns erwartet hat. Die Heimleiterin ist nicht vor Ort und hat Ihren Kollegen nichts von uns mitgeteilt. Die meisten Kinder waren um diese Uhrzeit auch in der Schule, auch wenn das ein oder andere vorbei kam um uns mit neugierigen Blicken zu bedecken. Die Mitarbeiter sind trotzdem begeistert uns zu sehen, nach einem Kaffee laden wir zusammen die Sachspenden ab und übergeben auch die Geldspenden. In einem Gästehaus haben wir die Möglichkeit erstmals zu duschen und uns ein paar Brote für den Weg zu schmieren.

 

Die Autos sind jetzt deutlich leerer und gegen 11 geht es los Richtung Istanbul. Für die restliche Strecke bleiben uns nun noch 2 Tage. Anfangs kommen wir gut voran, doch dann verfahren wir uns, was uns etwa 2h kostet, allerdings einen der schönsten Streckenabschnitte bisher beschert. Umdenken ist angesagt und so beschließen wir nicht den großen Grenzübergang zu nehmen, sondern südlicher einen kleinen Grenzposten zu nutzen um Sofia weiträumig zu umfahren. Die Erfahrung zeigt; Großstädte kosten viel Zeit und bergen viel Potenzial sich zu verfahren. Auf einer wunderschönen Strecke kommen wir an einem Stausee vorbei, bei dem uns einige Kühe beehren, als wir pausierten und unsere Schäfflerbräu Aufgabe zu lösen, nämlich einen für uns schönsten Ort der Rallye zu fotografieren, während wir eins der Biere dazu trinken. Kurzerhand bekommt die Kuh einen Aufkleber ab und wir ein Bild (an alle Tierschützer; natürlich wurde dieser nicht feste aufgeklebt sondern nur davor gehalten). Die Kuh schien begeistert und wollte auch etwas vom Bier abhaben, lies sich kraulen und schien richtig traurig als wir weiter Richtung bulgarischer Grenze gefahren sind. Langsam wurden wir doch unruhig, da man sich in Serbien polizeilich melden muss, wenn man länger als 24h im Land ist. Doch mit 2 Stunden Reserve nähern wir uns dann der Grenze. Am kleinsten (aber schönsten) Grenzposten erwarten uns 3 Zoll- und Grenzbeamte, die anfangs grimmig waren, aber schnell auftauten und unsere Geschichte erfahren wollten. Dennoch glaubten sie uns partout nicht, dass unser nächstes Ziel Istanbul sei – und zwar mit den Autos, die vor ihnen standen. Trotz strickten Foto-Verbot durften wir auch unser Beweisfoto machen und die Reise fortsetzen.

Nun hieß es zuerst an einer Tankstelle, die obligatorische Cola kaufen, Blase entleeren und wieder auffüllen. Bei so viel Zeit im Auto lautet die Devise: Nutze jede Toilette, die auf Deinem Weg liegt! Zuständig für die Route bis Istanbul: Simon. Schnell wird uns erklärt, dass wir nur die Landstraße 62 finden müssen für einige Kilometer und dann auf der 8 bis in die Türkei durchfahren können. Die 62 hat sich gut versteckt aber nach einigen U-Turns haben wir sie entdeckt und machen in der späten Abenddämmerung gut Kilometer. Nach einer verwirrenden Kreuzung, laut deren Straßenschildern die 62 in 4 verschieden Richtungen führt, beschließen wir an einem Restaurant an der Straßenseite zu halten und uns zu stärken. Hier konnte unser bisheriges Motto „Im Zweifel geradeaus!“ uns nicht weiterhelfen… Bulgarische Grillplatten tun ihr übriges, während wir die einzigen Gäste in dem besagten Lokal waren und trotz fortgeschrittener Stunde wird der Ort Plovdiv wird zum nächsten Etappenziel erklärt. Direkt nach Losfahrt will Terrano Hoffnung unbedingt durch die „kleine Pfütze“ am linken Straßenrand. Zum Glück waren alle Fenster geschlossen, denn die Pfütze stellt sich als mittelgroßer See heraus und das Wasser klatscht nur so auf Frontscheibe und Dach. Voller Energie fressen wir die Kilometer auf der 8 bis nach Plovdiv. Gegen 11 Uhr abends ist die Stadt wie ausgestorben, großer Vorteil für uns, da wir mitten durch die Stadt müssen. In einem kleinem Zigaretten-Stop wird fünfstimmig (Karl schlief auf dem Volvo Beifahrersitz) beschlossen, noch möglichst weit zu fahren, da die Straße breit und völlig ohne Verkehr ist. Außerdem ist der Rallye-Geist auf seinem Höhepunkt angekommen, Istanbul ist immerhin bereits in spürbarer Reichweite! Zum Wachwerden veranstalten wir noch einen kleinen Weitsprung Contest.

Mit stündlichen Pausen um sich weiterhin fit zu springen, nähern wir uns der Türkischen Grenze. Vorab haben wir bereits gehört, dass es enorm kompliziert sei, den türkischen Grenzposten ohne Autobahnen zu erreichen. Da Kalli und Simon im Volvo aber bisher jedem Grenzposten und -mitarbeiter sympathisch wie eh und je geschmeichelt haben, waren wir guter Dinge. Die 10l Bier sowie 8l Schnaps im Auto werden schon nicht auffallen…. Die Schilder für die Türkei führen automatisch immer auf die Autobahn. Wir schaffen es wie vorgegeben ohne bis zum Grenznächsten Dorf, doch nun wird es kompliziert. Geschickt navigiert, kommen wir auf einen schier unüberwindbaren Kiesweg mit tiefen Löchern und steilen Kurven direkt neben der Autobahn. Doch hier ist die Straße zu Ende und nur ein kleiner Feldweg mit Schlaglöchern übersäht führt weiter. Mittlerweile kündigt sich die Sonne mit leichtem Dämmerlicht bereits am Horizont an… Das kann doch unmöglich der richtige Weg sein? Also ein kurzes Stück zurück und an der nahen Tankstelle den Tankwart geweckt. Dieser schickt uns wieder zurück dahin, wo wir herkamen, aber hier geht es doch nicht weiter. Ein weißer Transporter hält an und wechselt ein paar Worte mit Navigator Simon. Er deutet uns an ihm zu folgen und wir fahren los, tatsächlich auf den Kiesweg mit den Schlaglöchern. Nach 2-3 Kilometern über die Schlaglochpiste gesellt sich ein weiteres Fahrzeug von hinten dazu und einige sind sich sicher; jetzt werden wir überfallen. Doch nach weiteren 5 Minuten in der 5er Kolonne kommen wir tatsächlich wieder auf eine geteerte Straße, die uns direkt an die Grenze führt. Wir lassen die letzte Straße, die wie eine Autobahnauffahrt aussieht hinter uns und stehen direkt an der Grenze, allerdings vor einem Zaun. Hier war wohl der alte Grenzübergang, dieser ist allerdings dicht. Kurz nach dem Weg gefragt wurde uns gesagt wir müssen eben auf diese letzte Auffahrt und nach 2 Kilometern stehen wir – wie sich später rausstellt als erstes Team – an der Grenze zur Türkei. Mittlerweile ist 6 Uhr morgens und wer nicht schon schläft ist doch ziemlich erschöpft. Unsere Kommunikationsspezialisten Kalli und Simon manövrieren uns innerhalb einer halben Stunde über die Grenze. Die Zollbeamten sind gelangweilt und schauen nicht mal von ihrem Handy auf, als sie uns fragen ob wir etwas zu verzollen haben. Die Fahrzeughalter bekommen die Autos in den Reisepass eingetragen, denn wenn das Auto nicht das Land verlässt, dürfen die Halter das auch nicht. Kurzer Stop und wir beschließen die nächste Stopmöglichkeit auf dem Weg nach Istanbul zu nutzen um sich kurz aufs Ohr zu hauen. Bis es soweit ist, müssen wir uns doch nochmal etwa 40km gedulden, bis die erlösende Shell Tankstelle erscheint. Mit westlicher Toilette ausgestattet, bauen wir unsere Autos auf und einigen uns auf einen Wecker in 2 Stunden.

 

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